
Am Dienstagabend verzeichnete Israel einen markanten Schritt in der Humanitären Krise des Gazastreifens. Hunderte Menschen wurden von Israel nach Deutschland geflogen, was den jüngsten Trend zur freiwilligen Ausreise aus dem Gebiet unterstreicht. Laut F.A.Z. überwachte Israels Innenminister Mosche Arbel persönlich die Ausreise am Regionalflughafen nahe Ramon in der Negev-Wüste. An diesem Sonderflug, durchgeführt von der deutschen Charterfluglinie Sundair, befassten sich auch deutsche Diplomaten mit den Passagieren.
Die Reaktion von Arbel auf die Ausreise war positiv. Er bedankte sich ausdrücklich bei US-Präsident Donald Trump, dessen Vorschlag zur vorübergehenden oder dauerhaften Umsiedlung von Bewohnern des Gazastreifens im Februar Unterstützung fand. Der Gazastreifen, seit Oktober 2023 Kriegsschauplatz, leidet unter einem katastrophalen humanitären Zustand.
Steigende Ausreisewelle aus Gaza
Die Zahl der Menschen, die aus dem Gazastreifen fliehen, nimmt zu. Im letzten Monat haben über 1.000 Einwohner das Gebiet verlassen, und weitere 600 sollen diese Woche folgen, wie All Israel berichtet. Der Gazastreifen zählt circa 2,3 Millionen Einwohner, von denen allein seit Beginn der Kämpfe mehr als 100.000 in andere Länder geflohen sind.
In den ersten Monaten des Krieges erstreckte sich die Flucht über 35.000 Einwohner, die oft Schmuggelrouten über Ägypten wählten. Israels Initiative zur Schaffung einer Verwaltungsbehörde, die die Ausreise kontrolliert und erleichtert, ist Teil des Plans von Trump zur freiwilligen Emigration vieler Gazanier. Die Priorität liegt auf Personen mit medizinischem Bedarf, gefolgt von denen mit doppelter Staatsbürgerschaft.
Katastrophale humanitäre Lage
Die Situation im Gazastreifen ist kritisch. Nach Angaben von Tagesschau herrscht ein akuter Mangel an medizinischer Versorgung, Trinkwasser, Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern. Millionene Menschen sind auf der Flucht, während israelische Blockaden die Einfuhr von Hilfsgütern stark einschränken.
Die humanitären Hilfsorganisationen berichten von überlasteten Kliniken, in denen Operationen ohne Schmerzmittel durchgeführt werden müssen. Auch die Lieferung von Treibstoff, unerlässlich für Krankenhäuser, ist stark limitiert, da Israel befürchtet, dass dieser in die Hände der Hamas fällt. Anders als in der Vergangenheit sind die aktuellen Hilfslieferungen erheblich reduziert – von einst 500 Lkw pro Tag auf ein Bruchteil dieses Volumens.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage mit Sorge. Verhandlungen mit verschiedenen Konfliktparteien sind im Gange, um einen sicheren Korridor für humanitäre Hilfe zu gewährleisten. Dennoch bleibt unklar, ob die humanitären Bedürfnisse bei einem Enden der Kämpfe tatsächlich befriedigt werden können, da diese bereits im Vorfeld des Konflikts groß waren.
Die Herausforderungen sind immens und erfordern eine sofortige Aufmerksamkeit und Unterstützung der Weltgemeinschaft, um das Leiden der Zivilbevölkerung zu lindern und einen Weg zur Stabilisierung der Region zu finden.